Ventisquero Colgante Gletscher
Blick über die Laguna Témpanos zum Gletscher
Ventisquero Colgante Gletscher
Ventisquero Colgante Gletscher
Cascada de Ventisquero Colgante, wörtlich übersetzt der hängende (colgante) Schneetreiben-Wasserfall (cascada de ventisquero), befindet sich etwa 16 Kilometer südlich der Stadt Puyuhuapi in der Region Aysén. Ausgehend von einer Höhe von rund 870 Meter über dem Meeresspiegel fällt er etwa 550 Meter tief. Dort sammelt sich das Wasser in einem Gletschersee und geht dann über in die Témpanos-Lagune, den Río Ventisqueros und fließt anschließend in den Puyuhuapi-Kanal. Gebildet wird der Wasserfall aus dem Schmelzwasser des "hängenden" Gletschers.
Entdeckt wurde der Gletscher 1875 von Enrique Simpson Baeza (1835-1901) aus Valparaíso. Er war chilenischer Marineoffizier und Entdecker. Simpson kartographierte in den 1870er Jahren an Bord der Korvette Chacabuco die Inselgruppen und die Küste der Region Aysén. Der Río Simpson ist nach ihm benannt. Als Simpson den Gletscher entdeckte, befand er sich nur wenige Meter vom Puyuhuapi-Kanal entfernt. Heute beträgt die Entfernung mehr als 7 Kilometer.
Der Wasserfall ist Teil des 154.000 Hektar großen Queulat-Nationalparks. Er wurde 1983 gegründet. Der Name Queulat stammt aus der Sprache des Chono-Volkes und bedeutet so viel wie "der Klang der Wasserfälle".
In diesem Teil des Parks gibt es zahlreiche Wanderwege. Der bekannteste und vermutlich auch der beliebteste ist der Sendero Ventisquero Colgante. Er ist 3,1 Kilometer lang, recht einfach zu gehen und führt entlang der Témpanos-Lagune zum Aussichtspunkt Mirador Ventisquero Colgante. Von hier aus hat man einen schönen Blick über die Lagune und in Richtung des Wasserfalls bzw. des Gletschers. Für Hin- und Rückweg werden 2,5 bis 3 Stunden empfohlen, um unterwegs auch den Wald, die Pflanzen und ein paar Tiere genießen zu können.
Häufig zu sehen sind Rotkehltapaluco (Scelorchilus rubecula) und Schwarzkehltapaculo (Pteroptochos tarnii). Die Rotkehltapalucos erinnern ein wenig an unsere Rotkehlchen, sind aber deutlich größer und kräftiger. Die Tapaculos gehören zur Gruppe der aus Mittel- und Südamerika stammenden Bürzelstelzer. Sie ernähren sich vor allem von Insekten und Spinnen, ergänzend dazu von Früchten und Samen. Man kann man sie zumeist beim Scharren am Erdboden beobachten, wo sie nach etwas Essbarem suchen.
Ventisquero Colgante Gletscher
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Ausgangspunkt des Wanderwegs ist der Parkplatz neben dem CONAF-Informationszentrum. CONAF (Corporación Nacional Forestal) ist die für die Verwaltung und Überwachung der chilenischen Nationalparks zuständige Forstbehörde. Nach wenigen Schritten gilt es, den Rio Ventisqueros über eine Hängebrücke zu überqueren. Das ist völlig ungefährlich, aber durchaus interessant. Da sich gleichzeitig nur maximal 4 Personen auf der Brücke befinden dürfen, muss man sich zwangsläufig mit der gegenüberliegenden Seite absprechen, wer als nächstes gehen darf.
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