Chile - das längste Land der Welt

Von der heißen Atacama-Wüste bis ins eisige Patagonien

Puerto Natales
Meer, Berge, Wasservögel und ein Regenbogen, aufgenommen in Puerto Natales

Chile gilt als das "längste Land" der Welt, entlang der Anden und des Pazifischen Ozeans sind es in Nord-Süd-Richtung mehr als 4.300 Kilometer. Das entspricht in etwa der Entfernung vom Nordkap in Norwegen bis an die Küste von Nordafrika. Die engste Stelle im kontinentalen Chile beträgt nur 90 Kilometer, die breiteste Stelle etwa 440 Kilometer. Die Fläche Chiles beläuft sich auf 756.102 Quadratkilometer, die Zahl der Einwohner lag 2024 bei rund 20 Millionen. Das entspricht einer Bevölkerungsdichte von 26,5 pro Quadratkilometer. Unter der Berücksichtigung, dass im Umfeld der Hauptstadt Santiago mehr als 7 Millionenen Menschen leben, erscheint der Rest des Landes vergleichsweise leer. Zum Vergleich: Gemäß Deutschlandatlas lebten 2022 in Deutschland durchschnittlich 236 Menschen auf einem Quadratkilometer.

Durch die Ausdehnung über 39 Breitengrade und die spezielle Geologie verfügt Chile über eine große Vielfalt an Klima- und Vegetationszonen. Zudem wird das Land von vier tektonischen Platten beeinflusst, die Antarktische, die Südamerikanische, die Scotia und die Nasca-Platte. Diese sind verantwortlich für den Vulkanismus und die zum Teil massiven Erdbeben. Die chilenischen Anden bilden einen der höchsten Gebirgszüge der Welt, mit einer Vielzahl von Gipfeln über 6.000 Meter. Der "Ojos del Salado" ist mit 6.893 Meter der höchste Gipfel in Chile, der zweithöchste in Südamerika und der höchste aktive Vulkan der Welt.

Die Herkunft des Wortes Chile ist nicht eindeutig geklärt. Eine weit verbreitete Hypothese besagt, dass sich das Wort aus der Sprache der Aymara herleitet. Dort bedeutet chilli "Land, wo die Welt zu Ende ist". Eine weitere, weniger verbreitete Theorie nennt die Inka-Sprache Quechua als Ursprung. Die Inka könnten das Land südlich des Río Aconcagua in der Región de Valparaíso in Anlehnung an das relativ kalte Klima und die schneebedeckten Anden tchili genannt haben, was "Schnee" bedeutet.

Chile (República de Chile)

FlaggeDie Nationalflagge Chiles (La bandera de la República de Chile) wurde am 18. Oktober 1817 offiziell angenommen. Die Flagge ist den Stars and Stripes der USA nachempfunden und ähnelt stark der Flagge von Texas. Allerdings stammt diese aus dem Jahr 1845.

Die blaue Farbe der bandera steht für den Hochgebirgshimmel und den Pazifischen Ozean. Die weiße Farbe steht für die schneebedeckten Berge der Anden. Die rote Farbe symbolisiert das Blutvergießen der Chilenen während des langen Kampfes um die Unabhängigkeit von Spanien. Der weiße fünfzackige Stern ist ein Wegweiser zu Fortschritt und Ehre.

Valle de la Luna
Valle de la Luna

Das Valle de la Luna (Tal des Mondes) ist eine Wüstenlandschaft am Westende der Cordillera de la Sal, etwa 13 Kilometer westlich von San Pedro de Atacama. In der Tat könnte man den Eindruck erhalten, man wäre auf einem fremden Himmelskörper.

Geysirfeld El Tatio
Geysirfeld El Tatio

Etwa 80 km nördlich von San Pedro de Atacama befindet sich das Geothermalgebiet "Los Géiseres del Tatio". Es liegt in einer Höhe von 4.290 Metern und ist damit das höchstgelegene geothermische Feld der Welt, zudem das größte in Südamerika und das drittgrößte der Welt.

Salar de Atacama
Salar de Atacama

Der Salar de Atacama ist die größte Salzwüste in Chile und die drittgrößte der Welt. In den Feuchtgebieten des Salars lebt neben Flamingos und anderen Vogelarten ein bemerkenswertes Reptil: Liolaemus fabiani, eine endemische Echse aus der Gruppe der Leguanartigen.

Valle de la Engorda
Valle de la Engorda

Das Engorda-Tal befindet sich am Fuße des 5.830 Meter hohen Vulkans San José. Er ist der namensgebende Vulkan innerhalb einer massiven Vulkangruppe, etwa 60 km östlich von Santiago de Chile, direkt an der Grenze zu Argentinien.

Nationalpark Torres del Paine
Torres del Paine

Der Nationalpark Torres del Paine ist eines der wichtigsten geschützten Wildnisgebiete in Chile. Er liegt zwischen den Anden und der patagonischen Steppe, 60 km von Puerto Natales entfernt. 1978 wurde das Gebiet von der UNESCO zum Biosphärenreservat erklärt.

Nationalpark Pumalín
Nationalpark Pumalín

Der Nationalpark Pumalín (offiziell Pumalín Douglas Tompkins National Park) ist ein 400.000 Hektar großes Schutzgebiet. Zu den Besonderheiten zählen die Patagonischen Zypressen, die eine Höhe von 55 Meter erreichen können.

Isla Magdalena
Isla Magdalena

Die Isla Magdalena befindet sich etwa 35 km nordöstlich der Stadt Punta Arenas im Süden Chiles. Die in der Magellanstraße gelegene Insel ist ein wichtiges Brutgebiet für Magellan-Pinguine, Kormorane und verschiedene Möwenarten.

Cueva del Milodón
Cueva del Milodón

Die Cueva del Milodón ist eine Höhle, die nach dem prähistorischen Riesenfaultier Mylodon benannt ist. 1895 wurden Überreste gefunden, die in einem so guten Erhaltungszustand waren, dass man damals glaubte, es handele sich um die Überreste eines lebenden Tieres.

Ventisquero Colgante GletscherVentisquero Gletscher

Der "hängende" Gletscher befindet sich südlich der Stadt Puyuhuapi in der Region Aysén. Er ist Teil des Queulat-Nationalparks. Der Name Queulat stammt aus der Sprache des Chono-Volkes und bedeutet so viel wie "der Klang der Wasserfälle".

Petrohué-Wasserfälle
Petrohué-Wasserfälle

Die Wasserfälle und Stromschnellen des Río Petrohué befinden sich in der Nähe des Lago Todos los Santos innerhalb des Nationalparks Vicente Pérez Rosales. Höchster Punkt des Nationalparks ist der Vulkan Osorno.

Tiere in Chile
Tiere

In diesem Bilderbuch fassen wir die Tierarten zusammen, die wir in Chile fotografieren konnten.